Bilder im Kopf, Stimmen im Raum

Ein Werkstattnachmittag mit Amy Brischkowsky und Lars Kokemüller

Am 11. September bekam unser Hörspiel gleich auf zwei Arten Gestalt: zuerst in Bildern, Farben und Formen, später in Stimmen und Dialogen. Amy Brischkowsky schaltete sich aus Finnland zu uns. Lars Kokemüller sorgte für eine besondere Überraschung: Statt aus Hamburg am Bildschirm zu erscheinen, war er persönlich gekommen und arbeitete mit uns im Gruppenraum. So wurde aus dem geplanten digitalen Treffen eine unmittelbare Begegnung an einer Geschichte, die Schritt für Schritt zu unserem Hörspiel wird.

Christoph und Lars sitzen mit mehreren Konfis am Werkstatttisch; Amy ist auf einem Laptopbildschirm zugeschaltet.
Amy war per Video dabei, Lars saß mit der Gruppe am Werkstatttisch.

Mit Amy begann der Nachmittag als visuelle Werkstatt. Bildkarten, Wörter und erste Ideen lagen vor der Gruppe. Welche Stimmung passt zu unserer Geschichte? Was soll auf den ersten Blick neugierig machen? Und woran könnte man das Hörspiel später wiedererkennen? Amy brachte ihre Erfahrung mit Gestaltung ein, fragte nach und half dabei, Beobachtungen genauer auszudrücken. Die Konfis verglichen ihre Eindrücke, begründeten ihre Vorlieben und entwickelten daraus eine gemeinsame Richtung. Die Gestaltung sollte etwas von der Geschichte erzählen und zugleich Raum für die Vorstellung der Hörerinnen und Hörer lassen.

Bild- und Farbkarten liegen auf dem Werkstatttisch; am oberen Bildrand sind Hände der Gruppe zu sehen.
Bildkarten und Farben halfen der Gruppe, eine visuelle Richtung für das Hörspiel zu finden.

Nach einer Pause wechselte die Werkstatt vom Sehen zum Hören. Gemeinsam mit Lars las die Gruppe aus dem aktuellen Drehbuch. Sobald Figuren verschiedene Stimmen bekommen, verändert sich ein Text. Ein Satz, der auf dem Papier funktioniert, kann beim Sprechen plötzlich stolpern. Eine kurze Antwort kann eine Figur lebendig machen, und ein Übergang kann beim Zuhören eine neue Frage aufwerfen. Lars führte durch die Arbeitslesung, während Amy ihre Wahrnehmung als Gestalterin und Hörerin einbrachte. Die Konfis hörten einander zu und prüften gemeinsam, wie ihre Geschichte im Raum wirkt.

Der Nachmittag verband zwei Seiten derselben Arbeit. Bilder geben einer Geschichte ein Gesicht, Stimmen geben ihr Nähe und Bewegung. In beiden Werkstätten waren die Ideen der Konfis der Ausgangspunkt. Amy und Lars öffneten mit ihren Fragen und ihrer Erfahrung neue Möglichkeiten, ohne der Gruppe die Entscheidungen abzunehmen.

Zum Abschluss kamen ausgewählte Bildfunken noch einmal in die Mitte. Die Andacht nahm den Gedanken aus dem Johannesevangelium auf, dass Zeichen eine Tür öffnen können. Zwischen Kerzenlicht, Gebet und Segen fand ein konzentrierter Werkstattnachmittag seinen ruhigen Abschluss – mit neuen Bildern im Kopf und den Stimmen der Geschichte noch im Ohr.

Zum Hörspielprojekt: Der EKD Digitalinnovationsfonds unterstützt die Drehbuchentwicklung und dramaturgische Beratung durch Lars Kokemüller. Für ihre Spende danken wir der Evangelischen Kirche der Pfalz.

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