🎙 „Friede und Freiheit sind eine wichtige Sache, und man muss, das sieht man auch heute an den Regierungen, sehr daran arbeiten, dass das auch bei uns so bleibt.“ Claus berichtet im Podcast davon, warum diese Werte für ihn wichtig geworden sind.

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Interview – Teil 2: Was ist mir wertvoll und wichtig?

Dieser Interviewpart beginnt ab Minute 00:35:38

Wer glaubt denn sowas?
Wer glaubt denn sowas?
S01E01: „Was wird mir gerecht?“
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Christoph:

Claus, wie hast du denn eigentlich in deinem Leben herausgefunden, was dir wichtig ist, wo deine Werte liegen?

Claus:

Na ja, wie gesagt, ich hatte ja schon gesagt, so einen Anstoß hat die Konfirmationszeit gegeben. Die Beschäftigung mit dem Glauben. Und dann habe ich sie natürlich gesucht, auch in meinem Jurastudium. Da wird ja auch vieles vermittelt, was, wo die ja, was die Gesetzgeber des Grundgesetzes zum Beispiel gedacht haben, was jetzt wichtig ist für einen Staat und für die Menschen, insbesondere die in diesem Staat leben und eben auch, es gibt ja verschiedene Rechtsgebiete, auch im Zivilrecht, im Handelsrecht. Was ist der Sinn dahinter, was soll dabei rauskommen? Und mit der Beschäftigung mit diesen ganzen Gebieten – ja, praktisch, praktisch mit meinem Beruf, den ich erlernen wollte, bin ich auch den Werten nahe gekommen und habe eben gefunden, in bestimmten Rechtsquellen. Es ist wirklich die Essenz der Werte, die wir brauchen, die jeder Mensch braucht, um gesund und glücklich leben zu können, ja auch Glück für sich zu empfinden. Nicht nur in totalitären Systemen. Sah ich gestern noch im Fernsehen war eine Frau, die dort in einem Gefängnis war, im totalitären System und nach Jahren dann ihre Kinder wieder sah und die Kinder aber schon im Westen, sag ich mal, waren und dort gut untergebracht und wie sie getanzt haben und glücklich waren. Da hat sie hemmungslos geweint, weil sie wusste, sie hatte das nie für sich in Anspruch genommen, selbst glücklich zu sein. Und das ist doch ganz wichtig. Nur so können die Menschen auch für sich was schaffen und auch für die Gemeinschaft was schaffen. Und ja, das sind Dinge oft, die wir ganz als selbstverständlich sehen. Und ich sage jetzt gerade wieder: Es sind zwei Werte hinzugekommen, die wir so immer für selbstverständlich gehalten haben, nämlich den Frieden und die Freiheit. Und wir sehen ja wie auf welche furchtbare Weise da Menschen ums Leben kommen, die nichts getan haben für nichts und gar nichts werden die da ermordet. Und Friede und Freiheit ist auch eine wichtige Sache, und man muss, sieht man auch heute an den Regierungen, sehr daran arbeiten, dass das auch bei uns so bleibt. Wir haben das ja auch schon mal vor nicht allzu langer Zeit, wo es auch ganz furchtbar um diese Werte stand, aber ich sage mal, ich will da nicht oberlehrerhaft sein, aber ich sag, so was gehört dazu. Und ich erfahre jetzt immer, Mensch, wenn du da denkst, das ist doch schon lange garantiert für uns, aber es ist ganz nah jetzt bei uns, dass da ja auf diese Weise gebrandschatzt wird. Und dieser Funke kann auch überspringen, wenn einer der hohen Herren da mal einen Fehler macht. Ich sage, es braucht immer nur einen einzigen Mann, der so was auslösen kann, und das ist so furchtbar erschreckend. Und deswegen, man muss lange daran arbeiten. Ich freue mich über alle Menschen, die für den Frieden arbeiten und das auch schon seit Jahren. Und für die Menschenrechte eintreten. Das ist etwas, was nicht von alleine bleibt.

Laura:

Was sind für dich, würdest du sagen, die drei wichtigsten Werte? Also für dich persönlich.

Claus:

Ja, Freiheit. Frieden ist dazugekommen. Jetzt komme ich in Not mit dreien.

Laura:

Darfst natürlich auch gerne mehr sagen.

Claus:

Ja genau, die, was ich auch schon sagte, die freie Meinungsäußerung. Wenn die garantiert ist, entstehen auch viele andere Werte. Die sind dann auch mit garantiert. Ich sage mal, das ist so der Sensor. Wenn es damit bergab geht, geht es auch mit der Demonstrationsfreiheit. Das ist nicht nur irgendwie in Deutschland hat Demonstrationen immer so was Böses und bisschen böse, Aufmüpfigkeit und ich dachte, es ist unser Recht, dass der Gesetzgeber – als das Grundgesetz geplant wurde – der wollte das so, das darf nicht unterdrückt werden, sondern jeder selbst. Ich stand ja letztens auch jetzt mal vor dem Rathaus und habe da das Rathaus mit beschützt, dass das nicht gestürmt wird. Das war uns zwar unangenehm und wir fühlten uns auch vollkommen im Recht und die anderen waren alle aus unserer Sicht böse, aber die dürfen ihre Meinung sagen. Wie ich schon sagte, aber übergreiflich werden und Institutionen verletzen oder verletzen und das Rathaus stürmen dürfen sie nicht. Das war so, auch dass man da noch mal sagt: „Ja, da musst du hin, Klaus, auch wenn du sonst so ein bisschen bequem bist, da musst du hin. Da gibt es gar keinen.“ Da diskutiere ich nicht mit mir. Ich bin auch keiner, der groß die Welt verändert hat. Aber was würde ich noch sagen, die Unverletzlichkeit der Wohnung ist wichtig. Da darf nur jemand rein, wenn er einen Durchsuchungsbefehl hat, den der Richter unterzeichnet hat. Polizei, wenn sie irgendwie einen Täter suchen und bei Gefahr im Verzug, wie man so schön sagt. Aber die Wohnung gehört dem Einzelnen, das steht auch im Grundgesetz, damit er einen Raum hat, der für sich, der für ihn da ist. Und Versammlungsfreiheit ist das gleiche. Recht auf freie Wahlen und das Rechtsstaatsprinzip. Dass wir einen Rechtsstaat haben, auch wenn der auch aus anderer Sicht manchmal nicht so handelt, wie man das gerne hätte. Aber wir haben einen Rechtsstaat, das ist wichtig.

Laura:

Ich hätte noch eine Frage zu der Sache mit der Wohnung, wenn du sagst, dass da kein anderer rein darf. Wie ist das, wenn einem die Wohnung nicht gehört? Also wenn man Mieter ist, darf der Vermieter einfach so rein?

Claus:

Der muss sich auch danach richten. Der muss sich ankündigen und schriftlich ankündigen.

Laura:

Aber man muss ihm Zutritt gewähren. Oder wenn man sagt: „Ich möchte nicht“, dann…

Claus:

Ja, er muss auch genau sagen, was er da will und das muss er dir schriftlich ankündigen. Und auch innerhalb einer gewissen Frist, da kann ich nicht gleich sagen: „Um acht bin ich bei dir“. Nix, nix. Wenn Gefahr im Verzug ist, darf er raus. Also wenn schon die Rauchschwaden durch die Türritzen kommen, dann darf man natürlich rein. Aber grundsätzlich hat er auch sich daran zu halten, denn das ist die von dir gemietete Wohnung, das ist deine Wohnung in dem Moment. Und da steht er auch da, wie jeder andere Bürger auch. Er hat zwar ein gewisses Recht, Dinge an sich anzusehen. Und so weiter, aber er muss sich mit einem abstimmen und auch eine gewisse Frist lassen, bis er kommt. Und so weiter. Und erläutert was er will.

Christoph:

Jetzt mal so eine ganz persönliche Frage, Claus, wo würdest du sagen, was kannst du besonders gut? Wo merkst du sozusagen auch deine Werte, die du in dir hast? So im Einsatz.

Claus:

Das ist schwierig. Ja, man sagt mir ja immer nach: Ich kann auch mit verschiedensten Menschen und auch manchmal schwer schwierigen Menschen. Das muss ich ja als Berufsbetreuer. Die haben ja auch manchmal psychiatrische Erkrankungen. Man hat mir immer Betreuung geschickt, wo es um schwierige Personen ging. Aber das kostet natürlich auch enorme Kraft. Heute will ich das nicht mehr und habe die auch abgegeben. Aber der Umgang mit anderen Menschen, dass ich in Kontakt kommen kann mit ihnen, das hat sich auch mit der Zeit erst ergeben. Früher, als ich noch grad vom was weiß ich, vom Gymnasium kam, konnte man nicht sonderlich gut mit mir umgehen. Das habe ich erst gelernt und eben auch eine gewisse Zuverlässigkeit und Verlässlichkeit auszustrahlen, nicht nur vorzugeben, sondern auch so zu sein.